Wenige Kleidungsstücke können auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken wie die der Jeans. Dabei war es am Anfang eine simple, derbe Arbeitshose. Der Vater der Jeans hieß Levi Strauss. Wie so viele europäische Auswanderer wollte er sein Glück in der „neuen Welt“ finden. 1873 boomte in Kalifornien die Goldsuche. Unzählige Goldsucher aus allen Ländern erhofften sich den großen Fund. Die Goldgräberei erforderte robuste Arbeitskleidung, die die meisten nicht hatten. Zusammen mit dem Schneider Jacob Davis entwickelte der Stoffhändler Strauss die derbe Hose mit Nieten. Die ersten Jeans waren braun. Für die Hose wurde ein Patent angemeldet. Anschließend entschieden sich die Hersteller für einen sehr robusten blauen Stoff aus Baumwolle. Denim wurde zum Stoff der Jeans. Levis wurde zur viel gefragten Marke. Bluejeans wurden nicht nur in den kalifornischen Goldminen, sondern bald überall im Land als Arbeitshosen getragen. Allerdings wäre wohl niemand damals auf die Idee gekommen, die Bluejeans zu einem Theaterbesuch oder im eleganten Restaurant zu tragen. Sie hatten in etwa das Image des Blaumanns bei uns.

Jeans - eine Hose wird zum Mode-Kult

Die 1950er – rebellische Jugend und der Traum von Amerika

Während Deutschland zum Land des Wirtschaftswunders nach einem verheerenden Krieg wurde, begann sich in den 1950er Jahren die Jugend andere Ziele und Idole zu suchen. Die USA waren ein Symbol für Freiheit und grenzenlose Möglichkeiten. Das betraf auch die Musikszene. Elvis Presley setzte neue Akzente für Musik, Tanz und Aufbruch. Die Öffnung der Märkte für internationale Produkte brachte Levis Jeans nach Europa. Für die Jugend waren diese Hosen ein Synonym für neue Unabhängigkeit und Loslösung von konservativen Regeln. Besonders gefragt waren die engen Röhrenjeans. Manche jungen Leute setzten sich gar damit in die Badewanne und ließen die Jeans am Leib trocknen, damit sie wie eine zweite Haut saßen. Der Schritt der Bluejeans von der Arbeitshose zum kultigen Modeobjekt war getan.

Jeans werden gesellschaftsfähig

Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde die Jeans nicht nur zum Massenartikel, sondern auch gesellschaftsfähig. Designer entdeckten die Möglichkeiten der tollen Hose. Die verschiedenen Jeans-Styles wurden entwickelt. Damen konnten in Jeans und Spitzenbluse zu jedem Anlass erscheinen. Herren trugen auch im Büro Jeans und Sakko. Auch aus dem Einheitsblau wuchs die Jeans heraus. Heute gibt es Jeans in allen Farben. Damit die Skinnys heute eng genug sitzen, müssen sie nicht mehr samt Trägerin in die Badewanne. Denim mit Stretch ermöglicht nicht nur den perfekten Sitz, sondern erlaubt auch Bewegungsfreiheit. Die Vielfalt der kultigen Hose umfasst Straight Fit Jeans, Skinny Jeans, Boyfriend-Jeans, Bootcut-Jeans und mehr. Heute ist es eher die Frage, welche der vielen Jeans zum Outfit und Typ passt. Die Damenmode ist bei angesagten Trend- und Designerjeans endlos erfinderisch. Allerdings – nicht jede Jeans passt zu jedem Typ und jeder Figur. „Wer kann’s tragen?“, diese Frage beantworten Jeansberater im Internet. Die knackige Skinny mit super kurzem Oberteil oder die junge, dynamische Boyfriend-Jeans sind kaum für ein Büro-Outfit geeignet. Dafür können Sie abends sogar mit High Heels zur Show werden. Zum Glück gibt so viel Auswahl bei den Jeans, dass für jeden die passende dabei ist.